Fichtes Werke (Auswahl)

Versuch einer Kritik aller Offenbarung.

Mit Einleitung, Bibliographie, Anmerkungen und Register herausgegeben von Hansjürgen Verweyen.
PhB 354. 1998. LII, 145 S. 1351-6. Kart. Euro 24,80 Dieses Werk gehört zu den wenigen seiner Zeit, in denen konsequent transzendentalphilosophisch die Möglichkeit von Offenbarung untersucht wird. Zunächst (ohne Wissen des Verfassers) anonym erschienen und für die vierte kritische Schrift Kants gehalten, hat es Fichte den Weg zu frühem Ruhm geebnet.

 

Beitrag zur Berichtigung der Urteile des Publikums über die französische Revolution.

Beigefügt die Rezension von Friedrich von Gentz (1794). Herausgegeben von Richard Schottky. PhB 282. 2. Aufl. 1973. LXVI, 373 S. 0289-1. Kart. Euro 24,80
Empört über den zunehmenden Einfluß revolutionsfeindlicher Publikationen, wollte Fichte mit seinem anonym erschienenen Beitrag wirksam in den aktuellen politischen Meinungsstreit eingreifen. Dabei verstand er das Recht auf Revolution als Befugnis jedes einzelnen, aus dem eigenen Staat auszuscheiden und mit Gleichgesinnten politisch souveräne Verbände zu konstituieren, die verpflichtet sein sollten, in friedlich-naturrechtlichen Beziehungen miteinander zu leben.

 

Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre als Handschrift für seine Zuhörer (1794).

Text nach Fritz Medicus. Einleitung und Register von Wilhelm G. Jacobs. 4., mit einem Nachtrag zur Bibliographie erweiterte Aufl.
PhB 246. 4. Aufl. 1997. XXVIII, 274 S. 1334-6. Kart. Euro 19,80
Im Zentrum seines Werkes steht Fichtes WL, die er siebenmal bearbeitete. Die zweite Darstellung, die Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre (1794), in der er das Wissen von Tatsachen von den Prinzipien der Gegenstandserfahrung aus erörtert, ist die einflußreichste geblieben. Fichte hat in der Gegenstandserfahrung nicht nur die praktischen, sondern auch die theoretischen Prinzipien aufgezeigt und damit die Verbindung von theoretischer und praktischer Vernunft nachgewiesen. Sein Werk wurde durch diese Leistung Ausgangspunkt des deutschen Idealismus.
Dem Text dieser seit dem Neudruck 1956 vierten Auflage liegt die »zweite verbesserte Ausgabe« von 1802, Leipzig zugrunde. Varianten zur Erstausgabe von 1794 und der Auflage von 1802, Tübingen werden mitgeteilt, ebenso die Marginalbemerkungen Fichtes. Mit Einleitung, Registern und Verzeichnis der Ausgaben.

 

Grundriß des Eigentümlichen der Wissenschaftslehre in Rücksicht auf das theoretische Vermögen als Handschrift für seine Zuhörer (1795).

Text nach Fritz Medicus. Neuaufl. mit Einleitung, Register und Bibliographie herausgegeben von Wilhelm G. Jacobs.
PhB 224. 1975. XVIII, 86 S. 0339-1. Kart. Euro 12,80
Der Grundriß führt die in der Grundlage von 1794 dargelegte Begründung der theoretischen Philosophie bis zu dem Punkt, wo Kants Kritik der reinen Vernunft ansetzt.

 

Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre (1796).

Text nach Fritz Medicus.
Mit Einleitung und Register von Manfred Zahn. 3. Nachdr. mit über-arbeitetem Quellennachweis und Personenregister.
PhB 256. Nachdr. 1991. XXI, 396 S. 0473-8. Kart. Euro 24,80
In dieser Abhandlung von 1796 entwickelt Fichte den Gedanken, daß die rechtlichen Verhältnisse in Gesellschaft und Staat die Freiheit des Einzelnen nicht mindern, sondern überhaupt erst begründen. Die Bedeutung des Rechts liegt für ihn nicht nur darin, Regeln für die Lösung von Streitfällen vorzugeben; in der Anerkennung der Rechte des Anderen sieht er den Akt, durch den sich das Ich als frei erfährt, Selbstbewußtsein erlangt.

 

Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre.

Vorerinnerung. Erste und Zweite Einleitung. Erstes Kapitel (1797/98). Auf der Grundlage der Ausgabe von Fritz Medicus neu herausgegeben und eingeleitet von Peter Baumanns.
PhB 239. 2., verbesserte Aufl. 1984. XXVIII, 129 S. 0612-9. Kart. Euro 14,80
Der 1797/1798 begonnene Versuch, dem Zeitgenossen eine »wohltuende Faßlichkeit« zugebilligt hatten, liefert innerhalb der einleitenden Standpunkts- und Methodenkritik einen Schlüssel zur Wissenschaftslehre, der auf die Grundlage von 1794/95 paßt, dessen Brauchbarkeit für die neue Darstellung jedoch durch deren Tendenz zu einem neuen Systemstandpunkt verhindert wird. So reiht er sich in die Folge jener Übergangswerke ein, die für Fichtes Arbeit zwischen 1794 und 1804 charakteristisch sind.

 

System der Sittenlehre nach den Prinzipien der Wissenschaftslehre (1798).

Mit einer Einleitung von Hansjürgen Verweyen.
PhB 485. 1995. XLII, 368 S. 1569-1. Kt. Euro 19,80
Im System der Sittenlehre fand Fichtes praktische Philosophie im direkten Anschluß an die Wissenschaftslehre von 1794 ihre vollendete Gestalt. Fichtes theoretischer Ansatz bietet den bis heute einzigen methodisch konsistenten Versuch einer Letztbegründung des Sollens als Beweis der sittlichen Freiheit des Einzelnen.

 

Wissenschaftslehre nova methodo.

Kollegnachschrift 1798/99. Herausgegeben sowie mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Erich Fuchs.
PhB 336. 2., verb. Aufl. 1994. XXXVIII, 270 S. 1159-9. Ln. Euro 48,00
Die erst im Juli 1980 gefundene, bis dahin gänzlich unbekannte Kolleghandschrift von Krause aus dem Wintersemester 1798/99 erweitert den Wissensstand um die Entwicklung der Philosophie Fichtes zwischen den Jahren 1795 und 1800 in einem erheblichen Maße und markiert eine Zäsur: Fichte scheidet die Philosophie nicht mehr in Theorie und Praxis, sondern faßt sie als eine, als Philosophie überhaupt.

 

Der geschloßne Handelsstaat.

Ein philosophischer Entwurf als Anhang zur Rechtslehre und Probe einer künftig zu liefernden Politik (1800)
Mit einem bisher unbekannten Manuskript Fichtes "Ueber StaatsWirthschaft". 3., erw. Aufl., auf der Grundlage der Ausgabe von Fritz Medicus herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Hans Hirsch.
PhB 316. 1979. 76*, 146 S. 0464-9. Kart. Euro 16,80
Mit dem Entwurf eines merkantilistischen, autarken und sozialen Ständestaates liefert Fichte eine der geschlossensten Konkretisierungen seiner rechtspolitischen Ideen, d.i. das erste Modell einer sozialistischen Planwirtschaft. Zugleich führt das Werk hin auf ein Kernproblem von Fichtes praktischer Philosophie: Wie läßt sich die freie Selbsttätigkeit der Einzelnen mit der alle auf ein Ideal verpflichtenden Hoheit des Vernunftsstaates vereinigen?

 

Die Bestimmung des Menschen (1800).

Herausgegeben von Hansjürgen Verweyen.
PhB 521. 2000. XLI, 166 S. 1449-0. Kart. Euro 9,80
Unter den Versuchen Fichtes, sein Denken allgemeinverständlich darzustellen, zählt dieses Werk zu den inhaltlich abgerundetsten und aufschlußreichsten. »Das größere Publikum, das der Autorität nicht mehr glaubt, und der Philosophie in ihrer gegenwärtigen Gestalt unfähig ist, bedarf eines Buches, in welchem ihm allgemein verständlich die Resultate der neueren Philosophie vorgetragen werden.«

 

Darstellung der Wissenschaftslehre. Aus den Jahren 1801/02.

Herausgegeben sowie mit Einleitung und Anmerkungen versehen
von Reinhard Lauth unter Mitarbeit von Peter K. Schneider.
PhB 302. 2. Aufl. 1997. XLI, 256 S. 1233-1. Ln. Euro 48,00
Die erste Darstellung der Wissenschaftslehre nach der Vorlesung von 1801/1802 bietet bereits eine vollständige Wissenschaftslehre und nicht nur die Grundlage derselben. Sie behandelt aber neben der Lehre vom absoluten Wissen und von dieser aus das System der Entfaltungen des Wissens, also nicht allein wie die Wissenschaftslehren von 1804 und 1805 den ersten Teil, die »philosophia prima«, d. i. die Lehre vom Absoluten und vom absoluten Wissen. Sie ist damit in charakteristischer Weise von diesen unterschieden.

 

Die Wissenschaftslehre. Zweiter Vortrag im Jahre 1804.

Gereinigte Fassung, herausgegeben von Reinhard Lauth und Joachim Widmann unter Mitarbeit von Peter K. Schneider. 2., verbesserte Aufl.
PhB 284. 1986. XXX, 313 S. 0677-3. Kart. Euro 19,80
Aufgabe der Wissenschaftslehre ist die Rückführung der Mannigfaltigkeit der Tatsachen auf eine letzte, alles berührende und einzig wirkliche Einheit. Der Text zählt zu den schwierigsten und kühnsten in der Geschichte der Philosophie überhaupt. Die Ausgabe basiert auf dem Text der »Sämmtlichen Werke« unter Berücksichtigung der Abweichungen der »Copia«.
2., durchgesehene und korrigierte Auflage des von Lauth und Widmann als Studienausgabe vorgelegten, kritisch besorgten Textes. Als Textgrundlage wurde der Text der Nachgelassenen Werke, Band 2 gewählt. Der Text wurde mit Hilfe einer Abschrift (Copia) verbessert. Nicht aufgenommene, abweichende Lesarten der Copia wurden im Apparat verzeichnet. Mit Einleitung, Bibliographie, Register der Personen und zitierten Schriften sowie erweitertem Sachregister.

 

Principien der Gottes-, Sitten- und Rechtslehre, Februar und März 1805.

Herausgegeben von Reinhard Lauth.
PhB 388. 1986. XIX, 143 S. 0680-3. Kart. Euro 19,80
Die hier erstmals veröffentlichte letzte der vier Vorlesungen, die Fichte von Anfang 1804 bis Anfang 1805 über die Wissenschaftslehre gehalten hat, bietet einen Text von besonderem methodischen Reiz. »Ich habe es mir in diesem cursus zum Gesetze gemacht, die höchsten Prinzipien des Wissens nicht nur bestimmt aufzustellen, sondern auch alles deutlich auszusprechen, und also, daß Sie selber eine Fertigkeit bekommen, diese Begriffe, und ihren Zusammenhang willkürlich zu erneuern, und mit ihnen frei zu verfahren«.

 

Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters (1806).

Mit einer Einleitung von Alwin Diemer, einem Sachregister und
bibliographischen Hinweisen von Erich Fuchs.
4., anhand der Erstausgabe von 1806 durchges. Aufl.
PhB 247. 1979. XVIII, 278 S. 0448-7. Kart. Euro 19,80
In diesen von ihm selbst zum Druck gegebenen Vorlesungen gibt Fichte eine »an ein größeres Publikum« gerichtete Darstellung seiner Staats- und Geschichtsphilosophie vor einem alles überlagernden religiösen Hintergrund. Religion besteht darin, »daß man alles Leben als notwendige Entwicklung des Einen, ursprünglichen, vollkommen guten und seligen Lebens betrachte und anerkenne«.

 

Die Anweisung zum seligen Leben (1806).

Herausgegeben von Hansjürgen Verweyen.
PhB 234. 5., verb. Aufl. 2001. LXVI, 1-4, 12-189 S. 1574-8. Kart. Euro 19,80
Mit seiner zweifellos wichtigsten religionsphilosophischen Abhandlung unternahm Fichte den Versuch, seine Wissenschaftslehre einem breiteren Publikum wenigstens in ihren zentralen Aussagen zugänglich zu machen und das Verhältnis von gelebtem Glauben und wissenschaftlicher Reflexion klar zu bestimmen.

 

Reden an die deutsche Nation.

5., durchges. Aufl. auf der Grundlage der Erstausg. von 1808, mit neuer Einleitung von Reinhard Lauth, mit Literaturhinweisen und Register.
PhB 204. 1978. XLI, 268 S. 0440-1. Kart. Euro 16,80
In den berühmten Reden an die deutsche Nation (1808) entwickelt Fichte das Ideal eines auf philosophische Prinzipien gegründeten Staates, dessen höchstes Ziel die allgemeine Erziehung seiner Mitglieder zur Sittlichkeit im gemeinschaftlichen Handeln darstellt. Fichte begründet die Notwendigkeit der Erhebung der Deutschen gegen Napoleon nicht aus der Einheit der nationalen Herkunft, sondern unter Hinweis auf einen fortschrittlicheren Begriff des Staates.

 

Rechtslehre.

Vorgetragen von Ostern bis Michaelis 1812. Text nach der Handschrift herausgegeben von Hans Schulz. 2. Aufl. mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Richard Schottky.
PhB 326. 1980. XLV, 201 S. 0503-3. Kart. Euro 19,80
Dieses Vorlesungsmanuskript dokumentiert Fichtes letzte Auseinandersetzung mit Fragen der Rechtsphilosophie und juridischen Aspekten des Staates. Grundzüge der Konzeption von 1796/97 (Grundlage des Naturrechts) werden aus veränderter Perspektive neu verdeutlicht, die Wirtschaftstheorie von 1800 (Der geschloßne Handelsstaat) weiter ausgebaut. Besonderes Interesse verdienen Passagen, in denen Fichte die eigenen früheren Ansätze rigoros in Frage stellt.

 

Ueber das Verhältniß der Logik zur Philosophie oder transscendentale Logik.

Vorlesungen von Oktober bis Dezember 1812. Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Reinhard Lauth und Peter K. Schneider unter Mitarbeit von Kurt Hiller.
PhB 337. 1982. XV, 281 S. 0532-7. Kart. Euro 48,00
Fichtes Transscendentale Logik gehört zu seinen größten Leistungen überhaupt. Die transzendentale, dialektische Denkform wird hier von der formalen, analytischen abgehoben und in ihren eigenen Leistungen gekennzeichnet. Bisher nur in einer Umarbeitung vom Sohn Fichtes veröffentlicht, stellt diese kritische Ausgabe eine völlige Neubearbeitung dar.